Domaine de Vaccelli - Sirocco Blanc 2024
In Cognocoli-Monticchi, im Taravo-Tal, gehört das Domaine de Vaccelli zu jener Generation korsischer Weingüter, die das Terroir wieder in den Mittelpunkt gestellt haben. Die Familie Courrèges bewirtschaftet seit 1961 die granitischen Arenen im Süden der Appellation Ajaccio, in einer Landschaft aus Hängen, Macchia und Meereswinden, wo die insularen Rebsorten einen besonders feinen Ausdruck finden. Gérard Courrèges und Nathalie Courrèges haben die Familiengeschichte mit intensiver Forschung zu Vermentinu, Sciaccarellu, Ausbau und Präzision der Gleichgewichte fortgesetzt. Die Revue du vin de France zählt Vaccelli heute zur Elite des korsischen Weinbaus und hebt die biologische Bewirtschaftung der Reben seit 2008, die Zertifizierung seit 2019 und die Verwendung ausgewählter Hefen im Weingut seit 2021 hervor. Der Stil des Weinguts beruht auf einer seltenen Spannung zwischen mediterraner Reife und granitischer Frische, mit Weinen, die Relief, Textur und Länge den unmittelbaren Effekten vorziehen. Sirocco Blanc 2024 reiht sich in diese freie und vertrauliche Linie ein, unter der Bezeichnung Vin de France, als eine Cuvée, die zu brave Kategorien entkommt. Der Name selbst ruft eine klimatische Kraft hervor, einen warmen Wind aus dem Süden, doch der Wein bewahrt jene mineralische Zurückhaltung, die die Schönheit großer korsischer Weißweine ausmacht.
Diese Cuvée hat eine besondere Geschichte im Universum von Vaccelli: Der Sirocco entstand als Wein aus einem vom Wind durcheinandergewirbelten Jahrgang, aus einer Assemblage großer weißer Cuvées des Weinguts. Für den Jahrgang 2024 bestätigen öffentlich verfügbare Informationen einen stillen Weißwein in Vin de France vom Domaine Vaccelli mit 13,5 %, doch die genauen Details zu Assemblage und Ausbau werden nicht ausreichend vollständig kommuniziert, um sie vorbehaltlos anzugeben. Man muss diesen Sirocco Blanc 2024 also als eine außergewöhnliche Interpretation des korsischen Weißweins lesen, getragen vom Geist des Weinguts mehr als von einem festen technischen Datenblatt. Der erwartete Ausdruck bleibt der eines Materieweins, geformt von granitischer Energie, der leuchtenden Reife der Insel und der Suche nach Struktur, die die Weißweine von Vaccelli auszeichnet. Wo Unu eher auf unmittelbare Frische setzt und Granit eine parzellenspezifischere Lesart bietet, scheint Sirocco ein freieres, weiter gefasstes Terrain einzunehmen, fast zufällig in seiner Entstehung, aber sehr konstruiert in seiner Tiefe. Der Wein sucht nicht nur, Frucht oder Rebsorte auszudrücken; er erzählt auch von der Fähigkeit des Weinguts, eine klimatische Einschränkung in ein seltenes, singuläres und gastronomisches Objekt zu verwandeln. Diese vertrauliche Dimension verstärkt sein Interesse für Liebhaber charakterstarker korsischer Weine, jene, die weniger ein erwartetes Etikett als eine Flasche mit echter Persönlichkeit suchen.
Die Farbe sollte sich in einem klaren goldenen Glanz präsentieren, mit einer klaren Leuchtkraft, die an mediterrane Weißweine erinnert, die ohne übermäßige Schwere gearbeitet sind. Die Nase kann reife Zitrusfrüchte, kandierte Zitrone, weißen Pfirsich, frische Mandel und wärmere Nuancen von getrockneten Blumen, Macchia-Kräutern und erhitztem Stein hervorrufen. Am Gaumen wird ein Wein erwartet, der eher texturiert als scharf ist, mit einer weiten, leicht umhüllenden Materie, getragen von einer salzigen Frische, die dem Ganzen Schwung verleiht. Der Abgang sollte Noten von Zitrusschale, weißen Früchten, feinem Rauch und edlen Bitterstoffen verlängern, in einem zugleich sonnigen und mineralischen Register. Diese Art von Weißwein sollte nicht zu kalt serviert werden, da seine Tiefe ebenso sehr auf der Textur wie auf der aromatischen Leuchtkraft beruht. Er begleitet mit großer Präzision gegrillte Languste, Wolfsbarsch mit Fenchel, geröstete Garnelen, Muschelrisotto, Freilandgeflügel mit kandierter Zitrone oder einen maßvoll gereiften Schafskäse. Bei etwa 10 bis 12 °C serviert, gewinnt er, wenn er einige Minuten vor dem Essen geöffnet wird, um sein Volumen, seine Salzigkeit und seinen insularen Charakter zu entfalten.
Rebsorten: Vermentinu, Carcaghjolu Biancu, Ghjenuvese, Cudiverta und Riminese