GRAHAM'S PORTO - Ne Oublie 1882
Ne Oublie 1882 gehört zu jener fast unwirklichen Kategorie von Weinen, bei denen die Zeit nicht mehr nur ein Reifungsfaktor ist, sondern ein integraler Bestandteil des Werks. Seine Geschichte beginnt im Jahr 1882, als der junge Schotte Andrew James Symington in Porto ankam und begann, im Portweinhandel zu arbeiten, womit ein Familienabenteuer begann, das heute in der fünften Generation fortgeführt wird. Mehr als ein Jahrhundert später entschieden sich seine Nachkommen, diesen Wein „Ne Oublie“ zu nennen, in Anlehnung an das alte Motto der Familie Graham und als Hommage an die Entscheidung ihrer Vorfahren, ihr Schicksal in Portugal, im Douro und in der Welt des Portweins zu verankern. Etwa 130 Jahre in alten Eichenfässern gelagert, stammt dieser Single Harvest Tawny aus einem Erbe, von dem zum Zeitpunkt der Abfüllentscheidung nur noch drei Fässer übrig waren. Die Familie Symington opferte nur eines, die anderen beiden wurden für die folgenden Generationen aufbewahrt, was die erbliche Dimension dieser Ausgabe misst. Aus diesem Fass wurden nur 656 Exemplare entnommen, jedes einzeln nummeriert, wodurch Ne Oublie weniger eine traditionelle limitierte Auflage als vielmehr ein flüssiges Fragment der Portwein-Geschichte ist. Graham’s vereint hier einhundertdreißig Jahre Reifung, mehrere Generationen von Kellermeistern und Küfern sowie eine familiäre Kontinuität, die heute praktisch unmöglich nachzuahmen ist.
Die Präsentation von Ne Oublie wurde der außergewöhnlichen Herkunft entsprechend gestaltet und vereint das Handwerk der drei Länder, die das Erbe der Familie Symington ausmachen. Der Port ruht in einer von Atlantis in Portugal handgefertigten Kristallkaraffe, die speziell für diese Ausgabe entworfen wurde. Drei massive Silberringe, geformt und graviert von den schottischen Goldschmieden Hayward & Stott und punziert vom Edinburgh Assay Office, schmücken jede Karaffe. Das Ganze befindet sich in einem maßgeschneiderten Etui von Smythson of Bond Street, einem historischen britischen Haus, das sich auf Lederarbeiten spezialisiert hat. Portugal, Schottland und England finden sich so in einem Objekt wieder, dessen jede Komponente symbolisch die Geschichte der Grahams und Symingtons verlängert. Hinter dieser spektakulären Präsentation bleibt jedoch das Wesentliche: ein Port, der mehr als ein Jahrhundert im Holz durchlaufen hat, der nacheinander von mehreren Generationen von Kellermeistern und Küfern überwacht wurde, die seine Entwicklung begleiten konnten, ohne dieses äußerst fragile Gleichgewicht zu zerstören. Auf diesem Altersniveau resultiert die Konzentration nicht aus einer Suche nach Kraft, sondern aus Jahrzehnten der Verdunstung und langsamen Oxidation, die den Wein allmählich in eine Substanz von außergewöhnlicher aromatischer Intensität und Persistenz verwandeln.
Im Glas hat Ne Oublie 1882 längst das Register der frischen Früchte verlassen, um in das der großen säkularen oxidativen Weine einzutreten, mit einer äußerst tiefen bernsteinfarbenen Robe, die von goldenen und grünlichen Reflexen gesäumt ist. Das Bouquet entfaltet sich schichtweise über getrocknete Feige, Dattel, kandierte Aprikose und Zitrusfrüchte, entwickelt sich dann zu Tabak, Melasse, Nüssen und Nuancen, die an braunen Karamell erinnern. Die Konzentration ist immens, aber was den Wein wirklich auszeichnet, ist die Vitalität seiner Säure, die unerlässlich ist, um eine Substanz auszubalancieren, die nach mehr als einem Jahrhundert im Fass fast cremig geworden ist. Eindrücke von Haselnuss, Trockenfrüchten, Orangenschale, Butterscotch und alten Gewürzen folgen einander, ohne ein schweres oder festes Profil zu bilden. Der Mund besitzt eine Textur von seltener Dichte, fast seidig, bevor eine scharfe Frische neuen Schwung verleiht und die Verkostung zu einem außergewöhnlich langen Abgang führt. Dieser Kontrast zwischen extremer Reichhaltigkeit und Energie erklärt, wie ein Wein, der 1882 geboren wurde, mehr als ein Jahrhundert nach seiner Entstehung noch lebendig, präzise und außerordentlich detailliert erscheinen kann. Ne Oublie wird natürlich für sich selbst genossen, in sehr kleinen Mengen und mit Zeit, kann aber einige sehr zurückhaltende Kombinationen wie alte Walnüsse, wenig gesüßte dunkle Schokolade oder bestimmte Blauschimmelkäse begleiten; seine wahre Berufung bleibt jedoch die eines Meditations- und Sammlerweins, ein fast intaktes Zeugnis einer verschwundenen Weinwelt.
Ausbau: etwa 130 Jahre in alten Eichenfässern
Produktion: 656 nummerierte Karaffen