Bénédicte und Stéphane TISSOT - Savagnin Ouillé 2023
In Montigny-lès-Arsures, im Herzen des Weinbergs von Arbois, haben Bénédicte und Stéphane Tissot eine der spannendsten Interpretationen des zeitgenössischen Jura etabliert. Das Familienweingut, tief verwurzelt in dieser Region aus Mergel, Kalkstein und leuchtenden Reliefs, erforscht mit seltener Präzision die Vielfalt der jurassischen Rebsorten. Stéphane Tissot hat nach und nach eine Palette aufgebaut, in der jede Cuvée eine starke Identität besitzt, zwischen biodynamischer Energie, wenig interventionistischer Vinifikation und dem Streben nach Reinheit. Der Savagnin nimmt in dieser Geschichte eine zentrale Stellung ein, da er die Seele des Jura durch seine aromatische Kraft, seine Spannung und seine Fähigkeit, die Böden widerzuspiegeln, verkörpert. In seiner ouillé-Version verlässt er das traditionelle oxidative Register, um einen direkteren, kristallinen, fast scharfen Ausdruck der Rebsorte zu offenbaren. Der Jahrgang 2023 bringt hier Reife, Relief und eine schöne Intensität, ohne die natürliche Frische des Weins zu verwischen. Diese Cuvée spricht sowohl Liebhaber großer jurassischer Weißweine als auch diejenigen an, die den Savagnin in einer reinen, trockenen und gastronomischen Ausdrucksform entdecken möchten.
Dieser Savagnin Ouillé 2023 wird aus Savagnin hergestellt, der emblematischen Rebsorte des Jura, die hier mit regelmäßiger Nachfüllung der Behälter bearbeitet wird, um den Flor zu vermeiden und die Klarheit der Frucht zu bewahren. Diese Ausbau-Methode ermöglicht es, eine straffere, salzigere und unmittelbarere Facette der Rebsorte auszudrücken, ohne die ausgeprägten Noten von Walnuss und Gewürzen, die man mit unter Flor ausgebauten Weinen verbindet. Die Trauben stammen von jurassischen Terroirs mit dominierendem Mergel und Kalkstein, die dem Wein seine mineralische Struktur, seine Spannung und seine Energie im Abgang verleihen. Die Lese erfolgt manuell, im anspruchsvollen Geist des Weinguts, mit spontanen Gärungen, die von einheimischen Hefen geleitet werden. Der ouillé-Ausbau, der auf der Hefe erfolgt, begleitet die Substanz, ohne sie von ihrer natürlichen Geradlinigkeit abzulenken. Die Biodynamik verleiht dieser Cuvée eine besondere Vitalität, mit einem Mundgefühl, das zwischen Fruchtreife, säuerlicher Frische und edlen Bitterstoffen zu vibrieren scheint. Im Jahr 2023 zeigt sich das Gleichgewicht besonders verführerisch, mit einem Savagnin, der zugleich breit, präzise und leuchtend ist.
Die Farbe präsentiert sich in einem klaren goldgelb, glänzend, mit leuchtenden Reflexen, die einen Weißwein mit Spannung und Substanz ankündigen. Die Nase erinnert an reife Zitrone, Zitrusschale, gelben Apfel, frische Birne und weiße Blüten, öffnet sich dann zu tieferen Noten von Mandel, warmem Stein, Fenchel, sehr leichtem Curry und zerdrückter Schale. Am Gaumen ist der Angriff klar, energisch, getragen von feiner Säure und einem sehr ausgeprägten salzigen Gefühl. Der Wein besitzt Volumen, aber sein Gleichgewicht bleibt straff, trocken, fast vertikal, mit einer schmackhaften Textur und großer Persistenz. Der Abgang verlängert die Zitrusnoten, weißen Früchte, feinen Bitterstoffe und diese jurassische Mineralität, die dem Savagnin ouillé seine gesamte gastronomische Dimension verleiht. Diese Cuvée begleitet hervorragend ein Geflügel in Sahnesauce, einen Fisch in Sauce, gebratene Jakobsmuscheln, Forelle mit Mandeln, Morcheln, ein Comté-Risotto oder einen alten jurassischen Käse. Serviert bei etwa 11 bis 13°C in einem recht großen Glas profitiert er davon, einige Minuten belüftet zu werden, um seine Textur, Spannung und aromatische Komplexität zu entfalten.
Rebsorte: Savagnin