Armagnac Laterrade - 1974 - Domaine Les Galaouères - Fassstärke - 44,7%
Die Kollektion der Armagnacs Laterrade entstand aus einer geduldigen Forschungsarbeit in den Anwesen und alten Kellern der Gascogne. Vincent Laterrade, Sommelier von Beruf, wurde bekannt durch das Auffinden alter Brände, deren Herkunft und Weg noch genau bestimmt werden konnten. Die Jahrgänge werden unter dem Namen des Anwesens, das sie produziert hat, aufbewahrt, ohne Verschnitt zwischen verschiedenen Jahren, um die besondere Prägung jeder Ernte zu bewahren. Das Domaine Les Galaouères liegt im Bas-Armagnac, dem westlichen Gebiet der Appellation, das historisch für die Feinheit und das Alterungspotential seiner Brände geschätzt wird. Das Haus greift maßvoll ein und lässt Zeit und Holz die Identität des Loses formen, anstatt einen einheitlichen Stil zu reproduzieren. Die Abfüllungen erfolgen ohne Färbung oder oenologische Zusätze, mit Vorliebe für den natürlichen Alkoholgehalt, der am Ende der Reifung erreicht wird. Diese Treue zur Herkunft verleiht den alten Jahrgängen von Laterrade eine sowohl kulturelle als auch geschmackliche Dimension.
Dieser Armagnac stammt ausschließlich aus der Ernte 1974 des Domaine Les Galaouères und hat mehrere Jahrzehnte im Holz verbracht, bevor er sein Abfüllgleichgewicht erreichte. Während dieser langsamen Reifung hat die Verdunstung seinen Alkoholgehalt allmählich reduziert, während sie die Substanz konzentrierte und die Textur verfeinerte. Der Alkoholgehalt von 44,7 % entspricht dem Fass zum Zeitpunkt der Abfüllung, ohne Zugabe von Wasser, um den Brand auf einen standardisierten Wert zu bringen. Diese Wahl bewahrt die Spannung, Tiefe und Nuancen, die im Keller erworben wurden, und respektiert die Persönlichkeit des Jahrgangs. Mit dem Alter hat sich die ursprüngliche Frucht von ihrem unmittelbarsten Ausdruck entfernt und ein Register von Trockenfrüchten, kandierten Zitrusfrüchten, Gewürzen und patiniertem Holz erreicht. Der lange Kontakt mit der Eiche bringt Struktur, doch scheint die Reife des Loses die Tannine inzwischen in eine weichere Textur verschmolzen zu haben. Diese Flasche erzählt somit weniger von der Kraft der Destillation als von der allmählichen Verwandlung eines Brandes durch die Zeit.
Die Farbe zeigt ein dunkles Bernstein mit Kupfer- und Mahagoninuancen, mit einer Tiefe, die eine lange Reifung ankündigt. Die erste Nase erinnert an Pflaume, getrocknete Feige und kandierte Orange, bald begleitet von Walnuss, Kakao und einem Hauch von altem Wachs. Die Belüftung offenbart komplexere Akzente von blondem Tabak, Zimt, geröstetem Kaffee und Sandelholz. Am Gaumen zeigt sich der Auftakt breit und präzise, getragen von den 44,7 %, ohne dass die Wärme die Aromen überdeckt. Die Textur verbindet eine gewisse Dichte mit anhaltender Frische, während sich eingekochte schwarze Früchte mit Gewürzen, gerösteter Mandel und einem zarten Rancio vermischen. Der Abgang zieht sich über Zitrusschale, getrocknete Walnuss, bitteren Kakao und eine leichte salzige Note, die das Ganze verlängert. Pur in einem Tulpenkelch serviert, kann dieser Armagnac auch eine Walnusstorte, ein wenig gesüßtes dunkles Schokoladendessert, einen alten Comté oder einige Trockenfrüchte begleiten.