Domaine Robert Denogent - Les Sardines 2024
In Fuissé, im Herzen des Mâconnais, gehört das Domaine Robert-Denogent zu jenen burgundischen Häusern, deren Persönlichkeit sich nicht nur auf den Ruf ihrer Appellationen beschränkt. Die Familiengeschichte reicht bis Anfang des 20. Jahrhunderts zurück, bevor Jean-Jacques Robert 1989 die Weinberge übernahm und seine Söhne Nicolas und später Antoine dieses Abenteuer mit einer freieren Sensibilität fortsetzten, genährt von Burgund, Beaujolais, Jura und handwerklichen Weinen. Heute bewirtschaftet das Weingut ein Mosaik kleiner Parzellen zwischen Mâconnais und Beaujolais auf unterschiedlichen Böden, auf denen Kalkstein, Ton, Schluff, Sandstein oder Schiefer jedem Wein eine besondere Schwingung verleihen. Der biologische und biodynamische Anbau, die manuelle Arbeit und die Ablehnung von Fertigrezepten tragen zu dieser sehr erkennbaren Identität bei. Bei Robert-Denogent wird Chardonnay niemals als neutraler oder dekorativer Rebsorte betrachtet: Er wird zu einer lebendigen, großzügigen, spannungsvollen Substanz, getragen von der Reife der Frucht und der Aufrichtigkeit des Ortes. Les Sardines 2024 steht in diesem freieren als akademischen Geist, mit einem Mâcon-Villages, der für den Tisch, das Teilen und das unmittelbare Vergnügen gedacht ist, ohne auf Präzision zu verzichten. Es ist eine Cuvée, die ihrem Namen gerecht wird, mit jener geselligen und schelmischen Note, die für das Weingut typisch ist, deren seriöse Vinifikation jedoch schnell daran erinnert, dass man es mit einer der sympathischsten Signaturen Südburgunds zu tun hat.
Diese Cuvée stammt aus Chardonnay, unter der Appellation Mâcon-Villages, von Reben, die laut verfügbaren Informationen über vierzig Jahre alt sind. Der Wein stammt von gut gereiften Trauben, behält aber die Spannung, die das Weingut in all seinen Weißweinen sucht. Die ton-kalkhaltigen Böden des Mâconnais verleihen ihm eine Basis, die sowohl breit als auch frisch ist, mit einer Substanz, die sich nicht damit begnügt, aromatisch zu sein. Die Holzreifung, die in gebrauchten Barriques durchgeführt wird, bringt Tiefe und eine leichte Patina, ohne den Wein zu kaschieren. Der Jahrgang 2024 scheint hier eine genussvolle und leuchtende Interpretation des Chardonnay zu bieten, mit einem Mundgefühl, das Biss, Relief und jene natürliche Energie besitzt, die die Weine von Robert-Denogent so sofort erkennbar macht. Les Sardines strebt nicht die Feierlichkeit eines Grand Cru an, sondern die Intelligenz eines gerechten, lebendigen, schmackhaften Weins, der Frische, Fülle und Spontaneität vereinen kann. Sein Erfolg beruht genau auf diesem Gleichgewicht zwischen bäuerlichem Charakter, seriöser Vinifikation und Genuss ohne Pose.
Die Farbe präsentiert sich in einem hellen, leuchtenden Gelb mit goldenen Reflexen, die einen reifen, aber nicht schweren Chardonnay ankündigen. Die Nase erinnert an Birne, gelben Apfel, weißen Pfirsich und reife Zitrusfrüchte, öffnet sich dann zu Noten von frischer Mandel, weißen Blüten, blondem Brot und warmem Stein. Am Gaumen ist der Angriff weich, sofort schmackhaft, getragen von einer breiten Substanz, die dem Wein eine sehr angenehme Präsenz verleiht. Die Frische zieht dann das Ganze zusammen, bringt Rhythmus, ein salziges Gefühl und einen strafferen Abgang, als es die Großzügigkeit der Frucht vermuten lässt. Der Wein besitzt diese knackige, fast tastbare Seite, die dazu einlädt, sich an den Tisch zu setzen, anstatt ihn lange zu analysieren. Er passt sehr gut zu Gougères, Petersilienschinken, Schnecken, Fisch in leichter Sauce, Geflügel in Sahnesauce, Pilzrisotto, Hechtquenelles oder jungem Comté. Bei etwa 10 bis 11 °C serviert, behält er seine Frische und zeigt seine Textur, seine Frucht und jene mineralische Genussfreude, die den Charme der Cuvée ausmacht.
Rebsorte: Chardonnay