Champagne Dhondt Grellet - Cramant - Grand Cru 2022
In Flavigny, im Herzen der Côte des Blancs, gehört Dhondt-Grellet zu den Weingütern, die den Winzerchampagnern neue Tiefe verliehen haben. Gegründet 1986 von Éric Dhondt und Édith Grellet, erhielt das Anwesen mit Adrien Dhondt eine besondere Bedeutung, dessen Arbeit eine sehr präzise Lesart der Terroirs, Reifegrade und Ausbauformen hervorhebt. Das Weingut setzt überwiegend auf Chardonnay, mit Reben, die sich zwischen Premier- und Grand-Crus verteilen, aber auch einigen südlicheren Parzellen, die das Sortiment bereichern. Cramant nimmt in dieser familiären Geografie eine zentrale Stellung ein, sowohl wegen seines Grand-Cru-Rufs als auch wegen seiner historischen Verbindung zum Zweig Grellet. Dieses Dorf der Côte des Blancs bringt oft champagner hervor, die weiter und umhüllender sind als die aus Cuis oder Avize, dabei aber eine bemerkenswerte kreidige Spannung bewahren. Die Cuvée Cramant Grand Cru 2022 drückt diese Dualität mit großer Klarheit aus: ein tiefgründiger, salziger, strukturierter Blanc de Blancs, der stets von der Energie des Kalksteins getragen wird. Sie verkörpert eine der ausgereiftesten Ausdrucksformen des Dhondt-Grellet-Stils, zwischen Reife, Relief und mineralischer Präzision.
Diese Cuvée besteht ausschließlich aus Chardonnay aus dem Grand-Cru-Dorf Cramant, von alten Reben, die bearbeitet werden, um die Komplexität dieses emblematischen Terroirs auszudrücken. Die Assemblage basiert auf der Basis 2022, ergänzt durch etwa 30 % einer seit 1986 geführten ewigen Reserve, die dem Wein eine Tiefe verleiht, die über die reine Jahrgangsbetrachtung hinausgeht. Die beiden regelmäßig mit dieser Cuvée verbundenen Lieux-dits, La Garenne und Les Longues Verges, bieten sich ergänzende Profile: der eine bringt Dichte und Kraft, der andere Spannung, Salinität und mineralische Intensität. Die Böden mischen Kreide, Ton, Kalkstein und feine Erde, mit der besonderen Fähigkeit von Cramant, dem Chardonnay eine großzügige Fülle zu verleihen, ohne seine Vertikalität zu verlieren. Die Fassgärung mit malolaktischer Gärung begleitet diese Substanz in einem weinigerem, geschliffenerem Register, ohne die Präzision der Frucht zu verwischen. Die sehr niedrige Dosage, etwa 1 g/L laut verfügbaren Informationen für diese Basis 2022, ordnet die Cuvée in einen extra-brut Ausdruck von großer Klarheit ein. Cramant Grand Cru 2022 zeichnet sich somit durch eine ambitionierte Konstruktion aus, bei der die ewige Reserve Tiefe gibt, während der Jahrgang Glanz, Frische und Energie bringt.
Die Farbe zeigt ein klares und leuchtendes Gold, belebt durch eine feine Perlage, die in ihrem Ausdruck bereits cremig ist. Die Nase öffnet sich mit reifer Zitrone, Birne, gelbem Apfel, weißem Pfirsich und Mandelblüte, entwickelt sich dann zu Noten von feuchter Kreide, frischer Haselnuss, feiner Brioche und geriebener Stein. Am Gaumen besitzt der Wein eine sofortige Weite, doch diese Breite zieht sich schnell um ein salziges Gerüst zusammen, das ihm viel Länge verleiht. Die Bläschen sind zart, integriert, mehr im Dienst der Textur als des Schaum-Effekts. Das Gleichgewicht beruht auf der Begegnung zwischen dem natürlichen Reichtum von Cramant, der Tiefe der ewigen Reserve und der kreidigen Spannung des Chardonnay. Der Abgang verlängert Nuancen von kandierten Zitrusfrüchten, weißen Früchten, feinen Bitterstoffen und trockener Mineralität mit einer sehr gastronomischen Persistenz. Dieser Champagner begleitet hervorragend gebratene Kaisergranat, Steinbutt mit Zitronenbutter, angebratene Jakobsmuscheln, Freilandgeflügel mit leichter Sahne, Muschelrisotto oder einen alten Comté. Serviert bei etwa 10 bis 12 °C in einem recht großen Glas gewinnt er mit der Belüftung an Präzision und Tiefe.
Rebsorte: Chardonnay