Maison Kalder - Poiré Léna - Extra Brut 2024
In Sainte-Marie-du-Bois, im Norden der Mayenne, etabliert sich Maison Kalder als einer der spannendsten Namen der Wiederbelebung großer französischer Cidre und Birnenweine. Alexandre Sidorenko, Önologe mit Ausbildung in Bordeaux, bewirtschaftet ein 11 Hektar großes Anwesen, das ausschließlich aus Hochstamm-Bäumen besteht und eher als lebendige Landschaft denn als einfache Obstproduktion geführt wird. Apfel- und Birnbäume gedeihen an einem nach Osten ausgerichteten Schieferhang in etwa 200 Metern Höhe, in einem Wiesen-Obstgarten-System, in dem Öko-Beweidung, Biodiversität und die langsame Reifung der Früchte eine wesentliche Rolle spielen. Der biologische und biodynamische Ansatz verleiht den Säften eine tief handwerkliche Identität, mit dem Streben nach Reinheit, Substanz und feiner Perlage. Bei Kalder werden Cidre und Birnenwein mit Winzerpräzision behandelt, in einer Logik von Terroir, Jahrgang und Textur. Léna Extra Brut 2024 gehört zu dieser seltenen Kategorie gastronomischer Birnenweine, die das leichte und einfach fruchtige Bild, das man manchmal mit diesem Getränk verbindet, übersteigen können. Es ist eine Cuvée von großer Zartheit, aber auch echter Substanz, gedacht sowohl für den Tisch als auch für den Aperitif.
Léna wird hauptsächlich aus drei alten und endemischen Sorten des Domfrontais hergestellt: Plant de Blanc, Fossey und de Cloche. Diese späten Birnen werden bei voller Reife geerntet und dann zwischen zehn Tagen und einem Monat auf dem Boden im Gras liegen gelassen, um ihre natürliche Verfeinerung fortzusetzen. Jede Sorte wird separat geerntet und vinifiziert, bevor eine Assemblage in der Mitte der Gärung erfolgt, eine Wahl, die es ermöglicht, die Persönlichkeit jeder Frucht zu bewahren und gleichzeitig das endgültige Gleichgewicht des Birnenweins zu schaffen. Das langsame vertikale Pressen mit einer traditionellen normannischen Presse liefert Säfte von großer Präzision ohne grobe Extraktion. Die Gärung verläuft langsam, ohne Zugabe exogener Hefen oder Schwefel, mit vier bis fünf Abstichen nach dem Mondkalender. Der Birnenwein wird nicht filtriert und die Abfüllung erfolgt durch Schwerkraft, in einem Ansatz, der die natürliche Feinheit der Frucht und die Reinheit des Safts bewahrt. Der Jahrgang 2024 bietet somit einen sehr eleganten Extra-Brut-Ausdruck, bei dem die Zucker diskret bleiben und die Perlage die Substanz begleitet, ohne sie je zu beschweren.
Die Farbe zeigt sich in einem hellen, leuchtenden Gelb, manchmal leicht trüb, mit feiner und zarter Perlage. Die Nase erinnert sofort an frische Birne, Birnenschale, weiße Blume, Quitte, dann subtilere Nuancen von süßer Zitrone, frischem Gras und feuchtem Stein. Am Gaumen ist der Angriff luftig, fast kristallin, aber der Birnenwein besitzt genug Substanz, um nie zerbrechlich zu wirken. Die Perlage ist fein, der Zucker sehr zurückhaltend, und das Gleichgewicht beruht auf einer klaren Frische, einer zart fruchtigen Textur und einem trockenen, speichelanregenden, leicht kalkigen Abgang. Léna 2024 zeichnet sich durch die Fähigkeit aus, Duft, Reinheit und Präzision zu vereinen, mit einer Eleganz, die ihn zu einer echten gastronomischen Cuvée macht. Er begleitet hervorragend ein Jakobsmuschelc carpaccio mit Zitrusfrüchten, fleischige Austern, einen Doraden-Ceviche, Geflügel mit leichter Sahne, einen Weichkäse oder ein wenig süßes Dessert rund um Birne, Mandel oder Zitrone. Serviert bei etwa 8 bis 10 °C, in einem recht feinen, aber nicht verschlossenen Glas, offenbart er die ganze Subtilität seiner Perlen, seine Frische und jene weinige Dimension, die Maison Kalder einzigartig macht.
Birnensorten: Plant de Blanc, Fossey, de Cloche