Champagne J-M Sélèque - Partition - Extra Brut 2020
In Pierry, an den südlichen Hängen von Épernay, hat sich Champagne J-M Sélèque unter den präzisesten Winzerbetrieben seiner Generation etabliert. Die Familiengeschichte beginnt in den 1960er Jahren, als Henri Sélèque Reben in Moussy und Pierry pflanzte, bevor sein Sohn Richard einen oenologischen Ansatz einbrachte und Jean-Marc, die dritte Generation, das Weingut 2008 übernahm. Seine Arbeit basiert auf einer starken Überzeugung: Ein Champagner muss in erster Linie ein großer Terroirwein sein, geboren aus ausgewogenen Trauben, lebendigen Böden und mit Geduld geführten Ausbauten. Die Südlichen Hänge von Épernay bilden hier eine faszinierende Übergangszone zwischen dem Marne-Tal und der Côte des Blancs, wo die drei Champagner-Rebsorten auf tonigen, schluffigen, kalkhaltigen Böden mit Feuersteinmarkierungen komplementäre Ausprägungen finden. Die Cuvée Partition nimmt in der Kollektion einen besonderen Platz ein, da sie die Trauben der charakteristischsten Parzellen des Weinguts versammelt. Das musikalische Bild ist nicht dekorativ: sieben Parzellen, sieben Weine, sieben Fässer, wie sieben Noten, die eine gemeinsame Harmonie finden sollen. Partition Extra Brut 2020 drückt somit Jean-Marcs Sélèques orchestrale Ambition aus, zwischen präziser Parzellenarbeit, Tiefe der Reifung und nuancierter Interpretation des Jahrgangs.
Diese Cuvée wird aus 72 % Chardonnay, 14 % Meunier und 14 % Pinot Noir hergestellt, von sieben ausgewählten Terroirs in Vertus Premier Cru, Dizy Premier Cru, Épernay, Mardeuil und Pierry Premier Cru. Darunter befinden sich insbesondere La Justice in Vertus, Moque-Bouteille in Dizy, Les Frileux in Épernay, Les Basses Ronces in Mardeuil sowie Les Tartières, Les Porgeons, Les Gouttes d’Or und Les Gayères in Pierry. Die Böden, überwiegend tonig-schluffig und reich an Kalk und Feuerstein, liegen auf Campanien-Kreide in unterschiedlichen Tiefen, was der Assemblage eine Architektur verleiht, die zugleich breit und gespannt ist. Die Vinifikation erfolgt vollständig in Eichenfässern von 350 bis 600 Litern, ohne Schönung oder Filtration, um die Struktur der Weine und die Persönlichkeit jeder Herkunft zu bewahren. Die fünfjährige Reifung unter Naturkork bringt eine geschmeidigere Textur, eine feinere Perlage und eine Dimension eines großen Tafelchampagners. Die Extra-Brut-Dosage, begrenzt auf 2 g/L, hält das Ganze präzise, ohne die Substanz zu verhärten. Produziert wurden 2.300 Flaschen und 150 Magnumflaschen. Partition 2020 besitzt diese diskrete Seltenheit von Cuvées, die auf Selektion, Zeit und Anspruch aufgebaut sind.
Die Farbe zeigt ein klares, leuchtendes Gold, belebt durch eine feine und regelmäßige Perlage. Die Nase öffnet sich mit schöner Präzision auf reife Zitrone, Birne, weißen Pfirsich, entwickelt sich dann zu Noten von Mirabelle, frischer Haselnuss, blondem Brot, sanften Gewürzen und geriebener Stein. Am Gaumen bringt der Chardonnay Schwung, Vertikalität und kreidige Spannung, während Meunier und Pinot Noir mehr Körper, Relief und fruchtige Tiefe geben. Die Perlage begleitet die Substanz mit Finesse, ohne den Wein je zu überdecken, und die Reifung im Holz verschmilzt zu einem Gefühl von Textur mehr als zu einer aromatischen Prägung. Das Gleichgewicht baut sich auf dem Kontrast zwischen Weite und Salinität auf, mit einem langen, geraden, leicht rauchigen Abgang, getragen von edlen Bitterstoffen aus Zitrusfrüchten und Trockenfrüchten. Dieser Champagner begleitet mit großer Präzision geröstete Kaisergranat, Steinbutt mit Beurre Blanc, angebratene Jakobsmuscheln, Freilandgeflügel mit Morcheln, Kalbsbries oder einen alten Comté. Serviert bei etwa 10 bis 11 °C in einem recht großen Glas, wird er nach und nach seine Tiefe, seine mineralische Energie und die Komplexität seiner Parzellenassemblage offenbaren.