Armagnac Laterrade - Armagnac Ténarèze - 1976 - Domaine Miquéou - Brut de Fût - 42,3%
Der Armagnac Ténarèze nimmt einen besonderen Platz im gascognischen Weinbau ein, zwischen der Feinheit des Bas-Armagnac und der Festigkeit der Brände aus kalkhaltigeren Terroirs. Seine hügelige Landschaft basiert hauptsächlich auf Boulbènes und ton-kalkhaltigen Böden, aus denen oft strukturierte, kräftige Armagnacs entstehen, die besonders gut für eine lange Reifung geeignet sind. Im westlichen Teil des Gers, in Castelnau-d’Auzan, hat das Domaine Miquéou den für diesen Jahrgang ausgewählten Brand destilliert. Vincent Laterrade bemüht sich genau darum, diese geduldig aufbewahrten Eigentumsfässer wiederzufinden, die noch in der Lage sind, ihren Herkunftsort zu erzählen. Seine Ausbildung als Sommelier erlaubt es ihm, jede Auswahl durch Verkostung anzugehen, wobei er weniger die spektakuläre Kraft als die Kohärenz zwischen Frucht, Substanz und der Patina der Zeit sucht. Das Jahr und der Name des Weinguts bleiben vollständig identifiziert, ohne Verschnitt mit einer anderen Ernte. Diese Transparenz verleiht der Flasche eine patrimoniale Dimension, während sie den erdigeren und strukturierten Charakter der Ténarèze sichtbar macht.
Destilliert im Jahr 1976 im Domaine Miquéou, stammt dieser Armagnac ausschließlich aus dieser Ernte und bewahrt die Individualität seines Fasses. Im Laufe seiner Entwicklung hat sich die anfängliche Kraft des Brandes beruhigt, während die Aromen reifer Früchte sich um würzige, geröstete und leicht oxidative Nuancen bereichert haben. Die von Natur aus feste Struktur der Ténarèze bot ein Gerüst, das diese Reifung begleiten konnte, ohne an Kontur zu verlieren. Sein Alkoholgehalt von 42,3 % entspricht dem natürlichen Grad zum Zeitpunkt der Abfüllung, ohne Reduktion zur Anpassung an einen vorgegebenen Wert. Das Fehlen von Färbung und oenologischen Kunstgriffen bewahrt die Farbe, Textur und Nuancen, die im Keller geformt wurden. Das Holz präsentiert sich nicht mehr als separates Element, sondern als eine in die Substanz eingearbeitete Komponente, neben Trockenfrüchten und Gewürzen. Dieser Ausdruck von 1976 verbindet somit die Tiefe eines alten Jahrgangs mit einer noch wahrnehmbaren Spannung, die charakteristisch für gut erhaltene Armagnacs der Ténarèze ist.
Die Farbe zeigt ein tiefes Bernstein mit Mahagoni- und gebräunten Kupferreflexen. Die Nase öffnet sich langsam zu schwarzer Pflaume, getrockneter Feige und kandierter Orange, bevor sie Walnuss, alte Bienenwachs und blondem Tabak erreicht. Die Belüftung bringt bitteren Kakao, Lakritz, milden Pfeffer und eine feine Ledernote hervor, in einem komplexen, aber nicht schweren Register. Am Gaumen ist der Auftakt breit und gelassen, getragen von einem festen Gerüst, das der natürliche Alkoholgehalt von 42,3 % präzise begleitet. Die eingekochten Früchte vermischen sich mit braunen Gewürzen, Kaffee und gerösteter Mandel, während eine dezente Frische die Länge erhält. Der Abgang verweilt auf Walnuss, getrockneter Schale, Sandelholz und einem zarten Rancio, mit einer leichten edlen Trockenheit, typisch für sehr alte Brände. Dieser Jahrgang verdient es, nach einigen Minuten im Tulpenkelch pur verkostet zu werden, kann aber auch einen alten Comté, einen Walnusskuchen, ein wenig gesüßtes dunkles Schokoladendessert oder einen Hasen in Sauce begleiten.