Domaine de Vaccelli - Granit 174 - Weiß 2024
In Cognocoli-Monticchi, im Herzen des Taravo-Tals, gehört das Domaine de Vaccelli zu jenen korsischen Anwesen, deren Weine untrennbar mit ihrer Landschaft verbunden zu sein scheinen. Die Courrèges bearbeiten hier ein Mosaik aus granitischen Hängen, die den Winden ausgesetzt sind, im Süden der Appellation Ajaccio, mit einer sehr präzisen Lesart der Inselrebsorten und ihres Verhältnisses zum Boden. Das Weingut hat sich als eine der Referenzen der Insel etabliert, dank Weinen, die Genauigkeit, mineralische Vibration und Tiefe statt unmittelbarer Kraft bevorzugen. Die Revue du vin de France hebt seine Beherrschung von Vermentinu und Sciaccarellu hervor, die Qualität seiner Ausbauten und die inzwischen anerkannte Stellung von Vaccelli unter den Elitebetrieben der korsischen Weinbaukunst. Die Reben werden seit 2008 biologisch bewirtschaftet und seit 2019 zertifiziert, in einem Ansatz, bei dem Biodiversität, auf dem Weingut ausgewählte Hefen und präzise Vinifizierungen zur Identität der Cuvées beitragen. In diesem Universum nimmt Granit 174 Weiß 2024 einen besonderen, fast vertraulichen Platz ein, da er einen konzentrierten Ausdruck des granitischen Terroirs hervorhebt. Dieser Weißwein aus Ajaccio sucht nicht den unmittelbaren aromatischen Effekt: Er schreitet mit einer Form von Evidenz, Spannung und trockener Noblesse voran, die daran erinnert, dass große korsische Vermentinu eine echte Lagerfähigkeit erreichen können.
Diese seltene Cuvée stammt von Vermentinu aus einem kleinen Parzellenstück von 0,174 Hektar, das auf granitischem Boden gepflanzt und nach Norden ausgerichtet ist, eine Tatsache, die sowohl seinen Namen als auch seinen Stil erhellt. Diese Parzellenwahl verleiht dem Wein eine eher vertikale als sonnige Persönlichkeit, mit einer natürlichen Frische, die die mediterrane Reife der Rebsorte mildert. Der Granit spielt hier eine wesentliche Rolle: Er liefert nicht nur einen mineralischen Hintergrund, sondern strukturiert den Gaumen, verfeinert die Konturen und verleiht dem Wein dieses fast tastbare Reliefgefühl. Auf diesem Terroirtyp verlässt der Vermentinu sein einfach blumiges oder fruchtiges Register, um an Tiefe, Länge und Würze zu gewinnen. Der Jahrgang 2024 bewahrt diese leuchtende Dimension, die für korsische Weißweine typisch ist, jedoch mit Zurückhaltung, die dem Boden erlaubt, vor der Rebsorte zu sprechen. Verfügbare Informationen beschreiben Granit Weiß als einen reinen Vermentino, vollständig, würzig und mineralisch, verwurzelt im granitischen Hang des Weinguts. Nichts wirkt demonstrativ in dieser Interpretation: Das Interesse des Weins liegt vielmehr in seiner Präzision, seiner Körnung, seiner Fähigkeit, zurückhaltende Fülle und salzigen Abgang zu verbinden.
Die Farbe sollte einen klaren, maßvoll goldenen Glanz bieten, in einem visuellen Ausdruck, der eher leuchtend als reich ist. Die Nase erinnert zunächst an reife Zitrusfrüchte, kandierte Zitrone, weiße Pfirsich, dann feinere Nuancen von frischer Mandel, getrockneter Blume, Macchia-Kräutern und warmem Stein. Der Gaumen zeichnet sich durch eine dichte, aber perfekt gehaltene Substanz aus, bei der sich das Volumen des Vermentinu um ein klares mineralisches Gerüst schließt. Die Frische vermittelt nie einen säuerlichen Eindruck; sie wirkt eher wie eine Wirbelsäule, die den Wein zu einem salzigen, leicht bitteren, sehr gastronomischen Abgang führt. Das Ganze besitzt die diskrete Autorität großer Terroir-Weißweine, die sich langsam im Glas öffnen und mit Belüftung an Komplexität gewinnen können. Am Tisch begleitet er mit großer Präzision gegrillten Felsenfisch, geröstete Langusten, Amberjack-Carpaccio, Bauerngeflügel mit Zitrone, Pasta mit Venusmuscheln oder mäßig gereiften Schafskäse. Serviert bei etwa 10 bis 12 °C behält er seine Energie und zeigt gleichzeitig seine Textur, Tiefe und jene mineralische Persistenz, die die besten Weißweine von Ajaccio auszeichnet.
Rebsorte: Vermentinu