Château Simone - Weiß 2023
Nur wenige Kilometer von Aix-en-Provence entfernt nimmt Château Simone einen besonderen Platz in der provenzalischen Weinlandschaft ein. Die Familie Rougier kümmert sich seit fast zwei Jahrhunderten um diesen Weinberg in Meyreuil, im Herzen der winzigen Appellation Palette, die 1948 als AOC anerkannt wurde. Die Reben hängen an den Hängen des Montaiguet, hauptsächlich nach Norden ausgerichtet, gegenüber dem Berg Sainte-Victoire, in einer bewaldeten Umgebung, die die Hitze des mediterranen Klimas auf natürliche Weise mildert. Unter den Rebstöcken liegen die Schutthalden aus dem Kalkstein von Langesse, ein steiniger Terroir, das für Palette charakteristisch ist. Diese kühle Exposition, verbunden mit der Höhe und der kalkhaltigen Bodenbeschaffenheit, spielt eine entscheidende Rolle im Gleichgewicht der Weine. Simone hat sich so eine sehr eigenständige Identität in der Provence geschaffen, fernab von Weißweinen, die nur auf aromatischer Leuchtkraft und sofortigem Konsum basieren. Sein Weißwein besitzt im Gegenteil Substanz, eine echte Struktur und vor allem eine bemerkenswerte Lagerfähigkeit.
Clairette macht 80 % der Cuvée 2023 aus, ergänzt durch 10 % Grenache blanc, 5 % Bourboulenc, 3 % Ugni blanc und 2 % Muscat blanc. Die Reben sind im Durchschnitt über fünfzig Jahre alt, einige Parzellen sind über ein Jahrhundert alt, was diesem Mosaik aus Rebsorten eine ungewöhnliche Tiefe verleiht. Die Trauben werden ausschließlich von Hand bei voller Reife gelesen, mit einer Sortierung vor der Vinifikation. Die Arbeit im Keller bleibt bewusst traditionell: leichtes Quetschen, Abtropfen, Pressen auf vertikalen Hydraulikpressen, leichte Klärung und Gärung mit einheimischen Hefen. Die Reifung im Holz trägt voll zum Charakter des Weins bei, mit einem Durchgang in kleinen Eichenfudern, davon sechs Monate auf Feinhefen, dann eine Reifung im Barrique vor der Abfüllung. Mehr als nur eine aromatische Bereicherung baut diese lange Verfeinerung die Textur auf und bereitet den Wein auf seine Entwicklung im Keller vor. Der 2023er bewahrt so die sofort erkennbare Persönlichkeit von Simone: mediterrane Weite, kalkige Frische und Komplexität, die sich mit der Zeit mehr offenbart als durch ein demonstratives Aromaprofil.
In seiner Jugend zeigt dieser Weißwein eine goldene Farbe und eine bereits tiefe Nase, in der weiße Blüten neben reifen gelben Früchten, Zitrusfrüchten, Aprikose und dezenten Nuancen von Honig, Wachs und mediterranen Kräutern stehen. Die Reifung tritt in den Hintergrund, eher in der Textur wahrnehmbar als durch ausgeprägte Holznote. Der Gaumen ist breit, fast umhüllend im Angriff, zieht sich dann allmählich um eine Frische zusammen, die dem Wein Energie und Länge verleiht. Die Clairette bringt diese besondere Kombination aus aromatischer Finesse und Tiefe, während die ergänzenden Rebsorten die Konturen des Weins bereichern, ohne seine Linie zu verwischen. Mit der Lagerung treten Noten von Bienenwachs, Trockenfrüchten, Zitrusschalen, Gewürzen und getrockneten Blumen hervor, die für die alten Weißweine von Simone charakteristisch sind. Seine Statur erlaubt eine ambitionierte Küche: gebratener Steinbutt, Petersfisch, Hummer, Geflügel mit Morcheln oder Kalbsbries passen besonders gut, während ein gereifter Hartkäse eine weiterentwickelte Kombination bietet. Eine Flasche, die nicht zu kalt serviert werden sollte: bei etwa 12 °C gewinnt sie an Breite und zeigt die ganze Feinheit ihrer aromatischen Palette.
Rebsorten: 80 % Clairette, 10 % Grenache blanc, 5 % Bourboulenc, 3 % Ugni blanc, 2 % Muscat blanc