Armagnac Laterrade - Bas-Armagnac - 1996 - Domaine de Marquet - Brut de Fût - 40%
In Castandet, in den Landes, gehört das Domaine de Marquet zu dieser ländlichen Landschaft des Bas-Armagnac, wo der Weinberg seit langem das Land mit dem Mischanbau teilt. Die Region zeichnet sich durch ihre vorwiegend sandigen und schluffigen Böden aus, die unter einem ozeanischen Einfluss geformt wurden, der die Herstellung feiner und fruchtiger Brände begünstigt. Innerhalb dieser unauffälligen Anwesen führt Vincent Laterrade seine Forschungsarbeit durch, geleitet von seiner Ausbildung als Sommelier und einem intimen Wissen über die alten Gasconer Keller. Die Fässer werden wegen ihres eigenen Charakters ausgewählt, ohne zu versuchen, sie in einen einheitlichen Hausstil zu pressen. Der Name des Weinguts und das Erntejahr bleiben so im Vordergrund, als die beiden wesentlichen Bezugspunkte jeder Jahrgangsauswahl. Dieser Ansatz verleiht Bränden, die manchmal über viele Jahre fernab der üblichen Handelskreise gelagert wurden, wieder Sichtbarkeit. Vor allem ermöglicht er es, einen Armagnac so zu verkosten, wie er von seiner Herkunft, seiner Reifung und dem beim Abfüllen erreichten Gleichgewicht erzählt.
Diese Auswahl stammt ausschließlich aus der Ernte 1996 des Domaine de Marquet und beruht auf keiner Verschnittung mehrerer Jahrgänge. Seine Entwicklung im Holz hat die Struktur allmählich gelockert und dabei die frischen Fruchtaromen in reifere, kandierte und würzige Töne verwandelt. Während der Brand mit dem Fass und der Atmosphäre des Kellers austauscht, gewinnen die Aromen an Tiefe, während der Alkohol natürlich an Stärke verliert. Der Alkoholgehalt von 40 % entspricht hier der Stärke der Charge zum Zeitpunkt der Abfüllung, ohne künstliche Reduktion, um diesen Wert zu erreichen. Diese geringe natürliche Stärke verleiht dem Brut de Fût ein besonders beruhigtes Gesicht, in dem Textur und Präzision die Oberhand über die Wärme gewinnen. Der Jahrgang behält jedoch eine ausreichend lebendige Struktur, um einen zu süßen oder zu stark holzgeprägten Ausdruck zu vermeiden. Er bewegt sich in einem Bereich ruhiger Reife, zwischen der noch wahrnehmbaren Frucht des Bas-Armagnac und den während der Reifung erworbenen, stärker geprägten Nuancen.
Die Farbe zeigt ein kupfernes Bernstein, das an den Rändern leuchtet und im Glasinneren tiefer ist. Die Nase beginnt mit reifer Pflaume, gerösteter Birne und Quittenpaste, öffnet sich dann zu Haselnuss, Wachs und getrockneter Mandarinenrinde. Es folgen Nuancen von Lebkuchen, hellem Kakao und blondem Tabak, begleitet von einer dezenten und gut integrierten Holznote. Der Auftakt ist weich, doch der Mund bewahrt eine präzise Linie, die verhindert, dass die Substanz schwer wird. Die gekochten Früchte harmonieren mit gerösteter Mandel, Zimt und einem Hauch Kaffee, in einer weichen und zart öligen Textur. Der Abgang entwickelt sich zurückhaltend mit frischer Walnuss, kandierter Schale und einer leichten pfeffrigen Note, ohne alkoholische Schärfe. Dieser Bas-Armagnac kann pur in einem Tulpenkelch genossen oder begleitet werden von Birnentarte, Haselnussdessert, gebratenem Geflügel mit Trockenfrüchten oder einem lange gereiften Hartkäse.