Champagne Clandestin - Boreal - Brut Nature
In der Côte des Bar entstand Champagne Clandestin aus dem Wunsch von Benoît Doussot, Terroirs zu offenbaren, die lange Zeit abseits der bekanntesten Ausdrucksformen der Champagne lagen. Ausgebildet in Burgund, insbesondere in Meursault, und anschließend bei Vouette & Sorbée bei Bertrand Gautherot tätig, entwickelt er einen sehr parzellenspezifischen Ansatz, der sich auf Trauben aus biologischen oder in Umstellung befindlichen Weinbergen konzentriert. Boreal gehört zur Serie „Les Semblables“, die um eine besonders interessante Idee herum konzipiert wurde: den Einfluss der Exposition auf dieselbe Rebsorte und vergleichbare Terroirs zu beobachten. Diese Cuvée stammt ausschließlich von Parzellen mit Nordausrichtung, während ihr Pendant Austral von Hängen mit Südausrichtung stammt. Die Reben ruhen auf den ton-kalkhaltigen Böden des Kimmeridgium, die für diesen Teil der Côte des Bar charakteristisch sind und auch im Chablis-Weinberg vorkommen. Diese kühlere Ausrichtung verlangsamt die Reifung des Pinot Noir und begünstigt einen besonders spannungsgeladenen und präzisen Ausdruck. Boreal erscheint somit als das vertikalste und feinste Gesicht des Duos mit Austral.
Boreal ist ein Blanc de Noirs, der ausschließlich aus Pinot Noir hergestellt wird, der aus mehreren Lagen mit derselben nördlichen Ausrichtung stammt. Jede Edition stammt aus einer einzigen Lese, ohne Zugabe von Reserveweinen, um eine direkte Lesart des Jahrgangs und seines Terroirs zu bewahren. Die Gärungen erfolgen mit einheimischen Hefen, und die Vinifikation findet in großen Fässern statt. Der Wein reift anschließend etwa zehn Monate auf der Hefe, eine Reifung, die Textur verleiht und gleichzeitig seine natürliche Energie bewahrt. Nach der Abfüllung und der Prise de Mousse reift er auf der Hefe, bevor er degorgiert wird. Es wird kein Dosage hinzugefügt: Boreal wird daher als Brut Nature mit 0 g/l präsentiert, eine Wahl, die die Frische und Präzision seines Profils noch stärker betont. Diese bewusst wenig interventionistische Vinifikation stellt den Pinot Noir, die Nordausrichtung und die kalkhaltige Signatur des Terroirs in den Vordergrund.
Boreal zeichnet sich durch einen frischeren und prägnanteren Ausdruck als Austral aus, mit einem Bouquet, in dem Birne, knackiger Apfel und Zitrusfrüchte auf zarte florale und mineralische Nuancen treffen. Noten von kleinen roten Früchten, Orangenschale und Johannisbeere können sich beim Belüften allmählich zeigen und erinnern an die Präsenz des Pinot Noir hinter der Finesse des Blanc de Noirs. Am Gaumen besitzt die Substanz genügend Körper, um eine besonders klare Spannung auszugleichen, unterstützt von feiner Perlage und lebhafter Säure. Das Fehlen von Dosage verstärkt dieses Gefühl von Reinheit, ohne den Wein herb wirken zu lassen, dank der Reife der Frucht und der während der Hefelagerung erworbenen Textur. Der Abgang ist lang, salzig und kreidig, verlängert durch feine Zitrus-Bitterstoffe, die noch mehr Relief bringen. Boreal kann jetzt schon wegen seiner Frische geschätzt werden, aber einige Jahre im Keller ermöglichen es seinen fruchtigen Noten, sich zu komplexeren Nuancen von Trockenfrüchten, geröstetem Brot und Gewürzen zu entwickeln. Seine Spannung macht ihn zu einem ausgezeichneten Begleiter für Austern, Jakobsmuschel-Carpaccio, gegrillte Langusten oder rohen Fisch, während seine Tiefe auch die Kombination mit gebratenem Geflügel erlaubt.
Rebsorte: 100 % Pinot Noir