Champagne Adrien Renoir - Die 2 Terroirs
In Verzy, Grand Cru der Montagne de Reims, gehört Adrien Renoir zu jener Winzergeneration, die dem Champagner eine direktere, präzisere und erdigere Interpretation verliehen hat. Aus einer Familie stammend, die seit langem im Weinberg verwurzelt ist, hat er das Anwesen übernommen mit dem Wunsch, die Persönlichkeit der Crus, die Reife der Trauben und die Tiefe der Holzvergärungen hervorzuheben. Das Weingut setzt auf anspruchsvollen Weinbau, der biologisch geführt wird, mit besonderem Augenmerk auf Pinot Noir, eine von Natur aus strukturgebende Rebsorte auf den kalkhaltigen Böden von Verzy. In diesem Dorf, das für Champagner bekannt ist, die zugleich fest, tief und sehr mineralisch sind, sucht Adrien Renoir weniger den Stileffekt als die Aufrichtigkeit des Ortes. Die 2 Terroirs folgen diesem Ansatz mit einem Grand Cru Cuvée Rosé, der das Fleisch des Pinot Noir und die kalkige Frische der Montagne de Reims in Dialog bringt. Der Wein besitzt eine vinösere Identität als ein einfacher Genussrosé, bewahrt dabei aber eine salzige Spannung, die ihm viel Schwung verleiht. Es ist eine Cuvée, die ebenso von Frucht wie von Boden spricht, ebenso von Präzision wie von Tafelfreude.
Diese Cuvée wird aus Pinot Noir hergestellt, mit einem sehr geringen Anteil Rotwein, der Farbe, aromatische Tiefe und eine würzigere Dimension bringt. Verfügbare Informationen deuten auf eine Assemblage von etwa 95 % Pinot Noir, weiß vinifiziert, und 5 % Rotwein hin, im Sinne eines extra-brut Assemblage-Rosés. Je nach Degorgieren und Quellen werden die Trauben mit den Grand Crus von Verzy und einem zweiten Terroir der Montagne de Reims, meist Bouzy oder Verzenay genannt, verbunden; es gilt also vor allem die Idee eines Champagners zu behalten, der auf zwei komplementären Ausprägungen des Grand Cru Pinot Noir basiert. Verzy bringt Geradlinigkeit, Kreide, Frische und jene fast salzige Spannung, die den Mund verlängert. Das zweite Terroir verstärkt die fruchtige Dimension, die Farbe und die Tiefe des Weins, ohne dessen Gleichgewicht zu verlieren. Die Holzvergärung und die Reifung auf der Hefe verleihen dem Ganzen eine seriösere, gastronomischere Textur, mit einer Perlage, die die Substanz begleitet, statt sie zu dominieren. Die Dosage bleibt niedrig, im extra-brut Geist, um die Präzision der Frucht und die Energie des Terroirs zum Ausdruck zu bringen.
Die Farbe zeigt sich in einem zarten Rosa, leicht lachsfarben, mit feiner und regelmäßiger Perlage. Die Nase öffnet sich mit frischer Himbeere, roter Kirsche, Johannisbeere und Walderdbeere, entwickelt sich dann zu Noten von Mandarine, Bergamotte, Pfingstrose, süßem Pfeffer und feuchter Kreide. Am Gaumen ist der Angriff lebhaft, wird aber schnell von einer fleischigeren Substanz des Pinot Noir getragen. Der Wein bewahrt eine schöne Spannung, mit einem klaren, salzigen, leicht würzigen Abgang, der jede süße oder nur fruchtige Empfindung vermeidet. Das Gleichgewicht beruht auf diesem Kontrast zwischen dem unmittelbaren Charme des Rosés, der Struktur der Rebsorte und der kalkigen Präzision von Verzy. Dieser Champagner passt sehr gut zu halbgegartem Blauflossen-Thunfisch, Kalbfleisch-Carpaccio, gebratenen Kaisergranat, Geflügel mit milden Gewürzen, gegrilltem Lachs, Rosé-Taube oder einem wenig gereiften Hartkäse. Serviert bei etwa 9 bis 10 °C in einem recht offenen Glas gewinnt er an Ausdruck und zeigt besser seine Dimension als gastronomischer Rosé.
Rebsorte: Pinot Noir