Yjar - Telmo Rodríguez 2020
In Rioja Alavesa stellt Yjar eines der ehrgeizigsten Projekte von Telmo Rodríguez und Pablo Eguzkiza dar, das auf einer besonders anspruchsvollen parzellenspezifischen Betrachtung der Weinbaulandschaft der Sierra de Toloño basiert. Der Wein stammt aus einer kleinen Gruppe alter Reben in der Nähe von Labastida, an hochgelegenen Hängen, wo marmorige und kalkhaltige Böden eine wesentliche Rolle für seine Identität spielen. Die Parzellen, als Buschreben geführt, vereinen mehrere traditionelle Rebsorten, die eher gemischt als modern sortenrein gepflanzt sind. Tempranillo, Graciano, Garnacha, Grand Noir und Rojal tragen so zu einem Ausdruck bei, der eher einen Ort als die isolierte Persönlichkeit einer einzelnen Rebsorte übersetzen möchte. Diese Philosophie setzt die seit mehreren Jahrzehnten von Telmo Rodríguez geleistete Arbeit fort, die großen historischen spanischen Terroirs wiederzufinden und ihr pflanzliches Erbe zu restaurieren. Yjar nimmt auch einen besonderen Platz in der jüngeren Geschichte spanischer Weine ein, da es in den internationalen Kreis von La Place de Bordeaux aufgenommen wurde. Der Jahrgang 2020 liefert eine tiefe und raffinierte Interpretation dieses kalkhaltigen Terroirs mit bemerkenswerter Spannung hinter der Reife der Frucht.
Die Trauben werden von alten Reben in großer Höhe von Hand geerntet, in einer Umgebung, in der die nächtliche Frische die Reifung verlangsamt und die Erhaltung der Säure fördert. Die Gärung erfolgt spontan mit einheimischen Hefen in offenen Holzgefäßen. Die Reifung dauert dann etwa dreißig Monate in großen Holzfässern und Barriques, eine bedeutende Dauer, die dazu dient, die Struktur zu verfeinern, anstatt einen holzigen Ausdruck aufzuzwingen. Tempranillo bildet die Basis der Identität des Weins, während Graciano und Garnacha jeweils Spannung, Gewürze und Geschmeidigkeit bringen. Grand Noir und Rojal, die in den alten Mischpflanzungen vorhanden sind, tragen zur Komplexität des Ganzen bei, ohne dass ihre jeweiligen Anteile genau mitgeteilt werden. Der Jahrgang 2020 zeigt eine bedeutende Konzentration, behält aber eine besonders feine Note bei, unterstützt von pudrigen Tanninen und einem anhaltenden kalkhaltigen Gerüst. Das Ganze besitzt somit die notwendige Tiefe, um sich über mehrere Jahrzehnte zu entwickeln und dabei bemerkenswerte Präzision zu bewahren.
Die Farbe zeigt ein dunkles und tiefes Rubin, noch geprägt von violetten Nuancen. Die Nase verbindet Brombeere, Heidelbeere und Himbeere mit einem floralen Veilchenduft, der allmählich durch weißen Pfeffer und getrocknete Kräuter ergänzt wird. Beim Belüften treten Nuancen von feinem Leder, Graphit, frischer Erde und Gewürzen hervor, die dem Bouquet eine tiefere Dimension verleihen. Am Gaumen ist der Wein dicht, aber sehr schlank, mit feinen und kreidigen Tanninen, die den Wein strukturieren, ohne die Frucht zum Strahlen zu bringen. Eine anhaltende Frische durchzieht die Mitte des Mundes und verstärkt das mineralische Gefühl, das mit den kalkhaltigen Terroirs verbunden ist. Der Abgang ist lang und präzise, vermischt schwarze Früchte, Blumen, Gewürze und eine Note von Graphit. Yjar 2020 begleitet gebratenes Lamm, Spanferkel, Taube, eine Rinderkotelette oder Wild, begleitet von Waldpilzen.
Rebsorten: Tempranillo, Graciano, Garnacha, Grand Noir, Rojal